Bischofsheim

der Güterbahnhof mit Wasserturm

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Schulstraße in Bischofsheim

Bevölkerung (31.12.2003) : 12149
Fläche in ha (31.12.2003) : 903
Postleitzahl: 65474
Vorwahl : 06144
Stadtplan
Luftbild Bischofsheim
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geschichtliche Entwicklung

Als mit der Einführung des Besatzungsstatuts nach dem Zweiten Weltkrieg die Gemeinden des Rhein-Main-Dreiecks aus dem Verband der Stadt Mainz wieder herausgelöst wurden, erhielt auch Bischofsheim seine Eigenschaft als selbständige Kreisgemeinde zurück. Daran hat sich bis heute - nach der Verwaltungsreform der siebziger Jahre - nichts mehr geändert.


Bischofsheim ist einer der ganz alten Siedlungsplätze des Gerauer Landes. Auf seiner Gemarkung wurden Bodenfunde gemacht, die eine Besiedlung schon um 2300 v. Chr. vermuten lassen. Tierknochen weisen sogar noch weiter zurück. Scherbenreste der Linearbandkeramik traten bei der heutigen evangelischen Kirche zutage, es fanden sich Spuren der bronzezeitlichen Urnenfelderkultur und Anzeichen keltischer und germanischer Ansiedlungen- diese allerdings außerhalb des heutigen Ortsbereichs. Römerfunde gab es in großer Zahl. 

Die eigentliche Ortsgründung erfolgte in fränkischer Zeit. So ist neuerdings eine fränkische Martinskirche für Bischofsheim im 8. Jahrhundert nachgewiesen, wohingegen eine erste urkundliche Erwähnung im Jahre 880 - es handelt sich dabei um die Übereignung eines Hofes an das Mainzer Domkapitel - unter Umständen auch auf eine andere Siedlung gleichen Namens zutreffen könnte. 

Im Spätmittelalter kam es zu einer Teilung des Dorfes, als die Brüder von Hohenfels 1331 zugunsten des Grafen Rudolf von Wertheim und Gottfrieds des Jüngeren von Eppstein auf die Ortsherrschaft verzichteten. Die Trennung dauerte bis 1579, als Landgraf Georg l. von Hessen, dem schon der ehemals Eppsteinsche Anteil gehörte, auch den Wertheimer Besitz, der inzwischen mainzisch-hattsteinisch geworden war, käuflich dazuerwarb.

In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts hielt die Reformation ihren Einzug. Bischofsheim wurde nach dem Willen des Landgrafen evangelisch.

Die Kriege des 17. und 18. Jahrhunderts brachten viele fremde Söldnertruppen, die das Dorf mehrfach verwüsteten und die Bevölkerung drangsalierten. Auch die Franzosen zogen plündernd durch die Gegend, und 1813 fielen neben den Österreichern sogar Kosaken in Bischofsheim ein.

Ungeachtet des vielfachen Geschehens in der Territorialgeschichte bestanden durch alle Jahrhunderte enge Beziehungen zwischen Bischofsheim und Mainz. Sowohl das Mainzer Domstift als auch das St. Viktorstift waren hier in größerem Umfang begütert. Beide hatten jeweils einen Wirtschaftshof in der Gemeinde errichtet, und ihre Hofmänner sorgten dafür, dass "der Zehnte" pünktlich und regelmäßig abgeführt wurde.

Ferner weiß die Ortschronik zu berichten, dass 1612 Bischofsheims ältestes Gasthaus, die "Krone" eröffnet und 1746 der Gemeindebackofen errichtet wurde, der noch bis in die dreißiger Jahre unseres Jahrhunderts bestand. Der alte Ortsdamm, der zum Schutz gegen die Hochwasser von Rhein und Main erbaut worden war, ist noch heute im wesentlichen erhalten. Er hatte früher nur drei kleine Einlässe, die die Namen "Pforte", "Brücke" und "Tiegel" trugen. An der "Pforte" stand ein Haus, in dem sich das Dorfgefängnis befand. Auch Schießscharten waren eingelassen und zeugen dafür, dass man sich verteidigen wollte. All diese Bauten, auch das alte Backhaus, die Dorfschmiede und eine Reihe von Wohnhäusern fielen später dem Straßenbau zum Opfer, während die "Brücke" an der Mainzer Straße durch Auseinanderrücken der Steinquader an den beiden Seiten des Ortsdammes erweitert werden konnte.


Seinen Aufschwung im 19. Jahrhundert verdankt Bischofsheim dem Bau der Hessischen Ludwigs-Eisenbahn und der Entwicklung des Bischofsheimer Bahnhofs zu einem wichtigen Verschiebebahnhof im Rhein-Main-Gebiet. Gleichwohl aber ist Bischofsheim lediglich zu einer Arbeiterwohngemeinde herangewachsen, in der die Landwirtschaft stark zurückging, die Industrie jedoch nur zögernd Fuß fasste. Bis zum Ausbruch des letzten Weltkrieges hatten sich einige wenige Mittelbetriebe angesiedelt. Erst durch die Erschließung des Industriegebietes in der Nähe des Schindberges, kündete sich eine Wende an.


Zu den Errungenschaften der letzten Jahrzehnte zählen nicht nur ausgedehnte neue Wohngebiete, auch die Errichtung kommunaler Bauten und Einrichtungen machte beachtliche Fortschritte. Die Gemeindeverwaltung schuf sich im einstigen Schulhaus eine neue Unterkunft, weil das historische Bürgermeisteramt den Anforderungen nicht mehr entsprach. Zu den bestehenden Schulen gesellten sich zwei weitere, außerdem wurden eine repräsentative Sporthalle mit angegliedertem Jugendheim und Sportstätten der verschiedensten Art erstellt. Für die Abwasserbeseitigung ging Bischofsheim einen Verbund mit den übrigen Gemeinden der Mainspitze ein. Schließlich lässt auch das Ortsbild, das vielfach verschönert wurde und einige gewichtige Akzente erhielt, bereits erkennen, dass Bischofsheim in seiner Entwicklung weiter vorangekommen ist und seine Gemeindeverwaltung das Bestreben hat, ihren Bürgern das Leben in der Gemeinde so angenehm und zeitgemäß wie nur möglich zu machen. 



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